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The long way to Kona zur Übersicht
 
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06.08.2014 15:17 Uhr von Stephan  

Beiträge: 1378
Ostseeman

Übrigens, noch vielen Dank an alle die uns die Daumen gedrückt haben und am Live Ticker dabei waren! Wie Grit und Diana uns berichtet haben, waren das doch sehr viele Leute!

KüßchenPCKüßchen
 
06.08.2014 14:52 Uhr von Stephan  

Beiträge: 1378
Ostseeman

Es war mal wieder soweit – nach Frankfurt, Roth, Podersdorf und Vichy stand meine fünfte Langdistanz in Glücksburg beim Ostseeman an. Für mich galt es in erster Linie, nach den beiden zuletzt enttäuschenden Ironman Rennen, mal wieder einen soliden Wettkampf zustande zu bringen.

Die Testwettkämpfe verliefen zuletzt vielversprechend, aber das kannte ich aus den vergangenen Jahren bereits und war nicht unbedingt ein Indiz auf einen guten Saisonhöhepunkt.

Zudem musste ich das Training in den letzten Monaten deutlich reduzieren, da Arbeit und viele private Dinge einfach dazwischen kamen. So wurden beispielsweise die langen Mittwochs-Koppeleinheiten beinahe komplett aus dem Trainingsplan gestrichen und lediglich am Wochenende die ganz langen Ausfahrten absolviert. Dementsprechend war die Erwartung für den Ostseeman auch nicht sonderlich hoch, wobei ich den abschließenden Marathon nicht schon wieder als Wander-Variante erleben wollte.

Grit und ich sind dann 5 Wochen vor dem Wettkampf für 1 Woche nach Glücksburg gefahren und ich konnte mich schon mal mit den Strecken vertraut machen. Was ich teilweise in diversen Foren von "steilen Rampen" und "Bergübersetzung" gelesen hatte, stellte sich glücklicherweise als völlige Übertreibung heraus und so freute ich mich auf die anstehenden 226 Kilometer.

Einziger Wermutstropfen waren noch die zahlreichen Quallen in der Ostsee... vor allem wurde in einigen Blogs von Feuerquallen berichtet, aber auch dagegen war ich gewappnet (Sonnencreme mit Quallenschutz!!!).

Am Donnerstag vor dem Rennen ging es zusammen mit Diana und Micha wieder nach Glücksburg in unsere klasse Pension direkt an der Rad- und Laufstrecke. Die letzten Tage gingen mit Streckenerkundung, Pasta-Party und dem üblichen Rad-Checkin schnell vorbei.

Und dann war es auch schon soweit... nachdem Micha letztes Jahr noch kurz vor dem Start krankheitsbedingt absagen musste, gab es dieses Jahr keinerlei Hindernisse und es konnte gemeinsam losgehen.

Das frühe Aufstehen gehört ja bei jedem Ironman Rennen dazu und so klingelte auch bei uns um kurz nach 4 Uhr morgens der Wecker. Nach einem kurzen Frühstück ging es in die Wechselzone, um noch die letzten Vorbereitungen für das Rennen zu treffen und nach einem kurzen Einschwimmen und 13 Nationalhymnen (Hymnen aller teilnehmenden Länder) startete um kurz nach 7 Uhr das Rennen.

Um der Prügelei in der Startdisziplin zumindest etwas zu entgehen, ging ich relativ weit hinten ins Wasser, allerdings gab es natürlich auch dort auf den ersten 600 m einige Tritte und Schläge. Danach konnte ich mich aber auf meinen Rhythmus konzentrieren und es lief – bis auf ein paar Quallenkontakte - ganz gut an. Glücklicherweise war das Meer sehr ruhig und so war ich nach geplanten 1:10 Std. wieder am Strand und ich konnte gut gelaunt auf mein Rädchen wechseln.

Die Radstrecke besteht aus einem 30 km Rundkurs, der 6 Mal absolviert werden musste. Obwohl ich mich von Beginn an dazu zwang nicht zu viel Gas zu geben, waren die ersten 30 km nach gut 50 min bereits vorbei und ich fühlte mich blendend.
Auch der einsetzende Regen änderte daran nichts, allerdings zwang er einen doch dazu etwas vorsichtiger in den Kurven zu fahren – einige andere Athleten sahen das wohl anders, was zu etlichen Stürzen und Unfällen führte.

Auch die weiteren Runden liefen perfekt für mich ohne Rücken- oder Magenschmerzen – lediglich der Harndrang blieb kontinuierlich bestehen. Um dem entgegen zu wirken, trank ich wesentlich weniger als bei meinen letzten Langdistanzen, aber richtig genutzt hat es auch nicht.

Am Ende meiner fünften Runde fuhr ich zusammen mit den beiden Führenden Nitschke und Schramm nach Glücksburg ein, allerdings musste ich, im Gegensatz zu den beiden, noch eine Runde auf dem Rädchen drehen. Zwischenzeitlich hatte ich sogar noch überlegt eine Radzeit von unter 5 Stunden anzupeilen, es dann aber zugunsten eines hoffentlich guten Marathons schnell wieder verworfen.

Nach 5:06 h war dann der Radsplits vorbei und ich fühlte mich fit für den Marathon - auch wenn jetzt die Sonne herauskam und es richtig schwül und heiß wurde.

Die erste Runde verlief dann richtig gut – ich konnte locker laufen mit einem 5 min/km Schnitt und ich strahlte mit Grit und Diana um die Wette. Nachdem ich mein erstes Bändchen für die 8,4 km bekommen hatte, sah ich auch Micha ca. 100 m vor mir in seiner ersten Runde laufen. Gut gelaunt klatschte ich nochmal die Mädels ab und dann war es von einer auf die andere Sekunde vorbei...

Als hätte mir jemand ein Messer in die Seite gerammt, bekam ich plötzlich heftige Seitenstiche und musste erst einmal einige Meter gehen. Kurze Pausen, dehnen und strecken halfen leider auch nicht wirklich und ich musste mich unter Schmerzen zwingen wieder anzutraben.

An der Verpflegungsstelle kippte ich mir etliche Becher mit Wasser über den Kopf und trank jede Menge Iso, Cola und Wasser. Leider half das alles nicht so richtig. Ich konnte dann zwar wieder langsam traben, aber an das schöne Lauftempo war nicht mehr zu denken.

Ich versuchte es zwar immer wieder schneller zu werden, aber der Körper quittierte das immer wieder mit Schmerzen an der Seite. Das Ärgerliche war, dass meine Beine sich super anfühlten, aber der Rest wollte einfach nicht schneller. Ich versuchte dann alles mit Salztabletten, Wassermelone, Gels und Getränken, aber jedes Mal wenn ich etwas trank, bekam ich wieder Schmerzen... also trank ich weniger und trabte so Runde um Runde mit Durstgefühl über die Strecke.

Die Zuschauer waren wirklich klasse und vor allem Grit und Diana unterstützen uns in jeglichen Belangen, feuerten uns an und redeten mir immer wieder Mut zu.

Bei jedem Wendepunkt musste ich dann doch etwas grinsen als ich merkte das Micha einen super Marathon laufen würde. Wir trafen uns immer später und er sah weiterhin richtig frisch aus.

Irgendwann kamen dann auch die letzten Meter für mich und nach 10:27:27 h hatte ich es dann endlich geschafft. Fix und fertig kam ich ins Ziel und trank erst einmal den halben Getränkestand leer. Nach einigen Minuten ging es dann auch schon wieder und ich wartete mit Grit und Diana darauf, dass Micha auch ins Ziel kam.

Nach 10:54:18 h genoss er sichtlich das Ende seiner ersten Langdistanz und mit 3:47 h legte er zudem einen klasse Marathon hin. 2 Jahre hat es gedauert und nun wurde er mit einem perfekten Tag belohnt – Glückwunsch Micha, hast prima gemacht!


Mein persönliches Fazit:
Der Ostseeman ist ein super Wettkampf den ich nur jedem ans Herz legen kann.
Auch wenn mein Marathon nicht einfach war, so konnte ich ihn doch größtenteils laufend zurücklegen und mit der Gesamtzeit bin ich ebenfalls sehr zufrieden – wenn an dem Tag sicherlich auch mehr drin gewesen wäre.

Danken möchte ich vor allem noch Grit, die mich unterstützt und in vielen Situationen geduldig mit mir war - DANKE KußKußKuß!!!

Jetzt werden erst einmal die Beine hochgelegt und regeneriert bis dann in ein paar Wochen das nächste Projekt losgeht. Zwinkern


 
06.08.2014 12:11 Uhr von Bernd  

Beiträge: 72
Mission completed!!

an beide Helden,

RESPEKT, TOLL

ich wünsche euch erst mal ne gute Erholung und Zeit zur Verarbeitung des Ganzen.

Alle Gute ,
Bernd
 
05.08.2014 11:48 Uhr von Michael  

Beiträge: 204
Mission completed!!

Bämm! Geschafft!
Nach dem verpassten Debut im vergangenen Jahr sollte der Traum von der Triathlon-Langdistanz in diesem Jahr endlich Realität werden. Er wurde es, und wie...

Letztes Jahr hatte ich sehr viel und planorientiert trainiert, was mir in vielen Einheiten aufgrund von Unerfahrenheit nicht immer positiv zugute kam. Trotz guter Zwischenresultate blieben auch ohne den krankheitsbedingten Ausfall bis zum Schluss große Zweifel am Gelingen des Unterfangens.

In diesem Jahr ging ich die Sache deutlich entspannter an. Mir war klar, auf welche Trainingsinhalte es ankommt und so gestaltete ich meinen eigenen Plan, der inhaltlich näher an meinen Stärken und Schwächen orientiert war. Die Zwischenergebnisse der Wettkämpfe auf Mallorca, in Bonn und Würzburg waren verheißungsvoll und fanden allesamt unter teils extremen Hitzebedingungen statt. Doch Hitze scheint unser Medium zu sein, in dem Stephan und ich gut zurechtkommen.

Schnitt!
Anfahrt nach Glücksburg zum Ort des Wettkampfs. Keine Krankheit bahnte sich an und ich war schon seit Tagen sehr zuversichtlich und daher sehr gelassen. Keine Unruhe oder Nervosität machte sich breit. Wir hatten Glück und kamen in einer tollen Pension unter, in der man uns und den anderen Sportlern jeden Wunsch von den Lippen ablas.

Die Tage vorher galten der Eingewöhnung und ich lernte den Radkurs und die Laufstrecke kennen und machte erstmalig Bekanntschaft mit den Quallen der angenehm temperierten Ostsee. Ungewohnt, aber nicht so schlimm, wie befürchtet. Glücksburg ist ein nettes Touristenörtchen und wir fanden noch Zeit für einen Strandnachmittag sowie einem Besuch der Flensburger Innenstadt. Außerdem kann ich unterstreichen, dass sich unmittelbare Wettkampfvorbereitung und Currywurst mit Pommes keinesfalls ausschließen.

Die Abholung der Startunterlagen, die Pastaparty und die Wettkampfbesprechung nebst Rad-Checkin am Tag zuvor machten allen klar – jetzt geht´s los! Offiziell waren ca. 500 Einzelstarter und 300 Staffeln gemeldet.

Race-Day!
Um 4 Uhr morgens klingelte der Wecker. Ich hatte gut geschlafen und begab mich mit Stephan zum Frühstück, das uns wunschgemäß zubereitet wurde (toll!). Diana und Grit begleiteten uns um 5:30 Uhr zur Wechselzone. Dort angekommen machte sich erstmalig bei mir eine gewisse Nervosität und Anspannung breit, die ich so lange vermisst hatte, aber nach 15 Minuten war jeder mit sich und seiner Vorbereitung beschäftigt, so dass die Anspannung der Konzentration wich. Die Wechselbeutel wurden aufgehängt, das Rad aufgepumpt und die Flaschen präpariert, die Startnummer wurde auf dem Oberarm markiert und der Neoprenanzug angelegt. Eine tolle Atmosphäre, wenn so früh am Morgen in der Dämmerung alle ruhig vor sich hinwuseln und im Hintergrund leise Musik läuft.

Wir verabschiedeten uns von Diana und Grit und gingen zum Strand. Dort standen wir mit rund 800 Mitstreitern und konnten uns kurz einschwimmen. 15 Minuten vor dem Start verließen alle das Wasser und es wurden die Nationalhymnen aller 13 vertretenen Nationen kurz angespielt. Die letzte Minute wurde mit einem eingespielten Herzschlag eingeläutet (es war nahezu totenstill!), bevor die letzten 10 Sekunden runter gezählt wurden. Dann ging das Abenteuer Langdistanz endlich los!

Als ausgewiesenes "Treibgut" hatte ich mich bewusst ganz hinten einsortiert, um dem Gewimmel im Pulk zu entgehen. Es galt, zwei Runden á 1,9 km durch die Ostsee zu schwimmen, die an diesem Morgen völlig ruhig war. Kurze Zeit später fand ich mich mitten im Gewimmel wieder und selbst eingangs der zweiten Runde kam es immer wieder zu Kollisionen, Tritten und Schlägen von Mitschwimmern, die teilweise die Fahrbahn kreuzten, als wäre ihr Navi ausgefallen. Ich konzentrierte mich darauf, ruhig und mit langen, gleitenden Zügen zu schwimmen, denn mehr als 2,1 km war ich zuvor noch nie an einem Stück geschwommen. 4,5 km im Schwimmbad mit Pausen ist doch was anderes. Es lief gut, ich schluckte wenig Salzwasser und hatte keine Probleme mit der Atmung. Ende der ersten Runde warf ich einen Kontrollblick auf meine Uhr und stellte fest, dass ich im selbstgesteckten Soll war. Nach der letzten Wende konnte ich sogar noch Tempo zulegen und erreichte nach exakt 1:20 Uhr das Ufer, an dem ich Diana und Grit freudestrahlend abklatschte. Die erste Disziplin war geschafft.

Ich ließ mir viel Zeit im Wechselzelt, trocknete mich ab, zog mich um und verstaute den Neo im Beutel. Ohne Hektik schob ich mein Rad aus der Wechselzone und stieg auf zur zweiten Etappe. Vor mir lagen 180 km auf einem Rundkurs von 30 km mit insgesamt ca. 1.400 Höhenmeter. Klingt vielleicht beeindruckend, entpuppt sich bei näherer Betrachtung jedoch als gut fahrbarer Rundkurs mit wenigen, wirklich steilen Anstiegen (max. 40 HM galt es an einem Stück zu überwinden). Stephan warnte mich im Vorfeld eindringlich vor einem zu schnellen Angangstempo. Zurückhaltung ist Trumpf, denn der Tag wird noch lange! Also ließ ich es relativ ruhig angehen und nahm mir vor, die ersten drei Runden gemäßigt zu fahren. Es dauerte keine 10 Minuten, da bewahrheitete sich die Wetterprognose und es goss wie aus Eimern! Immerhin war es warm und niemand musste mit Unterkühlung rechnen.

Trotzdem der Veranstalter auf der Wettkampfbesprechung vor diesen Bedingungen warnte, setzten vor allem zahlreiche schnelle Fahrer auf dünne Rennreifen, denen der Reihe nach durch den angeschwemmten Rollsplit buchstäblich die Luft ausging. Gefühlte 100 Radfahrer saßen im strömenden Regen reifenflickend am Streckenrand, weitere Ausfälle waren durch teilweise schwere Stürze zu verzeichnen. Wir blieben von beidem verschont und ich wurde bei jeder Umrundung von Diana über meine Rundenzeit informiert, die dank eines SMS-Livetickers jederzeit wusste, ob und wie ich unterwegs war. Die Strecke führte unmittelbar an unserem Hotel vorbei und trotz des Regens waren zahlreiche Zuschauer am Streckenrand und feuerten jeden(!) Athleten bis zum Schluss an.

Ich konzentrierte mich auf den zweiten, vielleicht wichtigsten Aspekt der Langdistanz – die Verpflegung. Gerade bei diesen Bedingungen vergisst man schnell die Flüssigkeitsaufnahme. So aß ich all die leckeren Gels (...) und Riegel, die ich vorbereitet hatte und trank regelmäßig Wasser und Iso. Insgesamt 11 Pinkelpausen sorgten für die Gewissheit, dass der Flüssigkeitshaushalt stimmte und der Radcomputer verriet, dass mich das 6 Minuten gekostet hat...die schnellen Jungs machen so was übrigens im Fahren...

In Runde 4 und 5 riskierte ich eine Tempoverschärfung. Ich fühlte mich blendend und überholte alles, was Aerohelm und Scheibenrad fuhr und offenbar schon in drei Runden zuvor ihr Pulver verschossen hatte. In der letzten Runde bremste ich mich wieder ein, denn die Sonne kam endlich zum Vorschein und verwandelte den Kurs in eine dampfende Sauna. Immer noch stellte sich keine Erschöpfung ein, ich konnte mich gut in der Aeroposition halten und hatte Spaß mit den Zuschauern. Diana und Grit signalisierten mir, dass ich schneller als erwartet unterwegs war. Als ich nach 6 Runden die Wechselzone im Kurpark mit einem Grinsen im Gesicht erreichte, war mir klar: Jetzt geht hier nichts mehr schief! Die große Uhr am Zielbogen zeigte eine Rennzeit von 7:06 h, als ich aus der Wechselzone auf die Laufstrecke ging.

Die ersten 4 km des 8,44 km Rundkurses sind was für den Kopf. Man läuft 1km auf einem unbefestigten, teilweise nur 1 Meter breiten Pfad an einem Campingplatz vorbei auf einen Wendepunkt zu und muss sich stark konzentrieren, um nicht mit entgegenkommenden Läufern zu kollidieren. Nach 2 km geht es über kleine, giftige Anstiege (summiert den Marathon auf selbstgemessene 300 HM) durch die Wohngebiete von Glücksburg, bevor man durch den Innenhof des schönen Glücksburger Wasserschloss´ läuft. Der zweite Teil ist deutlich schöner zu laufen. Nach den ersten 4 km fand ich meinen Rhythmus ließ mich, wie im gesamten Rennen, von meinem Körpergefühl leiten, was sich im Laufe der Jahre des Ausdauersports bestens entwickelt hat, bevor funktionsüberladene Uhren und zweifelhafte Smartphone-Apps dafür sorgten, dass einem das Denken abgenommen wird.

Die ersten drei Runden lief ich in nahezu dem gleichen Tempo und verlor nur 1 Minute. Diana und Grit standen an der Uferpromenade und begrüßten mich jedes mal mit "Du läufst wie ein Uhrwerk". Stephan sah ich schon kurz nach dem Wendepunkt der ersten Runde und dachte: "Ist der bärenstark unterwegs!". Ich rechnete schon früh damit, dass er mich einholte, sah aber ab der zweiten Runde, dass ihm (zum Glück erst sehr spät) der Magen wieder Probleme bereitete. Nun ja, es waren mittlerweile 28 Grad und die Luftfeuchtigkeit bewegte sich bei 70-80%, zudem waren wir schon 9 Stunden unterwegs!

Diese Probleme stellten sich bei mir bis zum Schluss nicht ein, ich fühlte mich bärenstark und war jederzeit hellwach und konzentriert. Dachte ich tags zuvor noch, dass 5 Verpflegungsstellen auf der Laufrunde doch etwas übertrieben seien, steuerte ich im Rennen dankbar jede von ihnen an und goss mir Wasser in und über den Körper. Stücke von Wassermelonen und Salzbrezel sorgten für eine willkommene Abwechslung auf dem gellastigen Speiseplan.

Ich überholte unablässig Einzel- wie Staffelläufer, was zur Motivationssteigerung beiträgt und fand immer wieder Zeit, mit den Zuschauern zu feiern. Trotzdem übte ich mich in Zurückhaltung, denn Stephan erzählte, dass sich der kritische Punkt im Marathon bei einer Langdistanz meist schon nach 25 km einstellt. Als selbst in der 4 Runde kein Leistungseinbruch zu verspüren war, ging ich in freudiger Erwartung des Zieleinlaufs in die letzte Runde. Noch einmal den fiesen Wendepunkt umrundet, die kleinen Anstiege langsam hoch, durch das Wasserschloss auf den letzten, schattigen Teil. 1,5 km vor dem Ziel strullerte ich ein letztes Mal souverän in die Botanik und machte mich mit Wasser und Schwamm am letzten Verpflegungspunkt schick für den Zieleinlauf. Dramaturgisch kaum besser zu gestalten läuft man den letzten Kilometer eine kleine Straße abschüssig zum Hafen, biegt rechts ab auf eine kleine Brücke und gelangt dann auf die Uferpromenade. Diese macht eine leichte Rechtskurve und eröffnet den Blick auf den Zieleinlauf in rund 500 Metern. Dort säumten schätzungsweise 2000 Zuschauer den Zielkanal und empfangen jeden mit einem ohrenbetäubenden Jubel. Ich genoss die letzten 100 Meter auf dem roten Teppich gehend und kam mit einem Freudenschrei ins Ziel! Dort kamen mir Stephan und Diana entgegen, die sich irgendwie an den Drängelgittern vorbei gemogelt hatte. Grit tat es ihr gleich und alle 4 standen wir freudestrahlend im Ziel, ein unglaublicher Moment, den ich für immer in meinem Gedächtnis abgespeichert habe!

Ich freute mich riesig für Stephan, dass er endlich wieder ein tolles Ergebnis (10:27 h und Platz 51!!!) erreicht hat und war von meiner eigenen Zeit von 10:54 h und Platz 106 selbst überwältigt, zumal der Ostseeman im Vergleich zu vielen anderen Langdistanzen (um mit schnellen Strecken zu werben) für eine überaus korrekte Auslegung der Streckenlängen steht, was die Einzelzeiten der Spitzenathleten bestätigen. Dass ich in meiner ersten Langdistanz den Marathon in 3:47 h laufe, hätte ich nie für möglich gehalten.

Zu später Stunde und nach dem Abendessen kehrten wir um 22:00 Uhr zum Zielbereich zurück, wo die letzten Finisher nach 15 Stunden von den Zuschauern begeistert empfangen wurden. Hier braucht sich der Ostseeman hinter keiner Veranstaltung zu verstecken. Das Feuerwerk beendet traditionell den Wettkampftag in der aufkommenden Abenddämmerung und so endet der oft zitierte "längste Tag des Jahres".

Mein Dank geht an alle, die mich auf dem langen Weg bis hierhin unterstützt und motiviert haben, insbesondere an Stephan, der mich überhaupt zu dem Abenteuer Langdistanz animiert hat und ohne dessen wertvolle Tipps und Erfahrungen ich wahrscheinlich nicht so gut abgeschnitten hätte. Der größte Dank geht jedoch an Diana, die mich nach der Enttäuschung des letzten Jahres umgehend dazu angehalten hat, es erneut zu versuchen und, wie immer, der beste und größte Rückhalt war, wenn der innere Schweinehund die Motivation verschleppt und sie mir den Rücken von zahllosen Dingen des Alltags freigeräumt hat.

Es war vermutlich nicht mein letzter Auftritt auf der Langdistanz, aber jetzt wird der Augenblick genossen und gefeiert.
 
10.05.2014 12:21 Uhr von Michael  

Beiträge: 204
Langdistanz Reloaded

Zurück aus dem Trainingslager auf Mallorca geht es nun mit frischen Kräften an den zweiten Anlauf auf meine erste Langdistanz.

Das bisherige Trainingsjahr verlief buchstäblich etwas ungeplant. Im vergangenen Jahr haben wir uns regelmäßig in der Woche aus dem Bett gequält und Bahnen beim Frühschwimmen abgerissen, haben uns aufgrund des langen Winters häufiger mit verschwitzten Gleichgesinnten im Spinningkurs betätigt und auch das Laufen kam nicht zu kurz.

Die gesammelten Trainingskilometer kommen mir in diesem Jahr sehr zugute und der Einstieg ins Schwimmtraining verlief deutlich entspannter als letztes Jahr. Dank des milden Winters kam ich im Laufen endlich wieder auf akzeptable Zeiten und mit den Rädern waren wir erheblich häufiger in freier Natur unterwegs als letztes Jahr.

Obwohl ich gefühlt nur die halben Umfänge des letzten Jahres im Kasten habe, fühle ich mich trotzdem besser! Daumen drücken Klingt seltsam, ist aber so. Auch weil ich gelernt habe, die Einheiten qualitativ zu optimieren. Auf Mallorca fiel mir vor allem das Radfahren deutlich leichter und mein Hintern entwickelt mittlerweile eine erstaunliche Resistenz gegen harte Bananensättel. Top

Am Ende der 10 Tage konnte ich sogar meine bisher längste Radtour überhaupt verbuchen. Doch ehe man sich versieht, befinden wir uns schon fast auf der Zielgeraden der Vorbereitung, denn der Wettkampf steht einen Monat früher vor der Tür.

Die Erkenntnis des letzten Jahres war ja, dass ich nicht zu viele Einheiten verschenke, indem ich ohne auf meinen Körper zu hören stur nach Planvorgabe vorgehe. Aus Schaden soll man klug werden und die richtigen Schlüsse ziehen. Aber Konfuzius kannte leider keinen Triathlon und hat mir dafür keine weisen Ratschläge hinterlassen. Überlegen

Ab der nächsten Woche steigen Anzahl und Umfang der Einheiten wieder deutlich an und ich hoffe, dass damit die Zuversicht in das Projekt "Langdistanz 1.2" gleichermaßen wächst.

Um den Spaß an der Sache nicht zu verlieren haben wir uns mehrere Wettkämpfe als Zwischenziele gesetzt und auf Mallorca mit der Olympischen Distanz in Colonia San Jordi einen ausgezeichneten und sehr schönen Saisonauftakt gesetzt. BravoSonne

Wenn ich in Glücksburg mit der gleichen Begeisterung und Freude starte, kann eigentlich kaum etwas schief gehen. Grins

Wer möchte, kann mich hier gerne weiter begleiten.

Auf ein Neues und bis bald!
Euer Michael
 
25.11.2013 00:04 Uhr von Stephan  

Beiträge: 1378
Pause

So, hab mich lange genug hier rar gemacht.... werde versuchen in den nächsten Tagen mal unsere Seite wieder zu updaten PCZwinkern
 
08.09.2013 20:02 Uhr von Michael  

Beiträge: 204
Die Unvollendete

An dieser Stelle war geplant, einen bewegenden Erlebnisbericht über einen tollen Wettkampf anlässlich meiner ersten Langdistanz zu schreiben. Doch die alte Floskel "Erstens kommt es anders..." greift leider in allen Lebenslagen und überdies gnadenlos.

Es begann bekanntermaßen im vergangenen Jahr, als ich beschloss, mich auf das Abenteuer Triathlon-Langdistanz einzulassen. Gemeinsam mit Stephan habe ich mich über 8 Monate mal mehr, mal weniger akribisch darauf vorbereitet.

In nüchternen Zahlen sieht das folgendermaßen aus:

- 275 Trainingseinheiten in 243 Kalendertagen
- rund 5.000 Radkilometer (incl. "Trockenfahrten" im Studio)
- 1.250 Laufkilometer
- 220 km Schwimmen
- Ein paar Einheiten Krafttraining
- 42 Tage, an denen ich geplant oder ungeplant nicht trainieren konnte
- Insgesamt 420 Trainingsstunden bzw. im Schnitt mehr als 2 Stunden pro Trainingstag

In dieser Zeit habe ich eine Menge gelernt, vor allem über Radfahren und Schwimmen und die damit verbundenen Trainingsinhalte und –methoden. Für meinen Körper war es eine andere Form der Trainingsbelastung im Vergleich zu den Lauflastigen Jahren davor.

Überraschenderweise hakte ich schon früh im Jahr die Bedenken hinsichtlich der Schwimmdistanz ab. Getreu dem Motto "Viel hilft viel" sammelten wir frühzeitig reichlich Kilometer im Wasser. Das verschaffte mir das beruhigende Gefühl, dass ich zwar gemächlich wie eine Schildkröte durchs feuchte Element krieche, aber das auch über einen langen Zeitraum. Dank einiger Privat-Schwimmlehrstunden beim Profi-Triathleten Johann Ackermann in Köln habe ich sogar die Hoffnung, meine Schwimmzeiten erheblich verbessern zu können.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich gewisse Trainingsformen verinnerlicht und begriffen habe. Insbesondere auf dem Rad habe ich zahllose Fehler begangen, die den erwünschten Trainingseffekt nahezu neutralisierten.

Doch der Jung ist ja lernfähig, so dass es ab Juli spürbar voran ging. Anfänglich wollte es bei den wichtigen langen Koppeleinheiten so gar nicht klappen. Entweder kam ich schon kaputt vom Rad mit für mich unerklärlichen Einbrüchen oder wurde beim anschließenden Lauf von bleierner Müdigkeit übermannt.

Die wettkampfspezifische Ernährung während der harten Trainingseinheiten hatte ich, trotz deutlicher Hinweise von Stephan, so nicht auf dem Schirm. Im Lauftraining hatte ich das all die Jahre im Griff und wusste die Signale meines Körpers zu deuten. Nun galt es, die Abläufe neu zu definieren und den Körper an die veränderte Belastung anzupassen.

Zum Ende hin gelang mir das zunehmend besser, was sich nicht zuletzt im Vorbereitungswettkampf in Wilhelmshaven über die Halbdistanz in einem zufriedenstellenden Ergebnis dokumentierte.

Im letzten Drittel der Vorbereitung verfestigten sich zudem zwei Erkenntnisse: Laufen ist und bleibt meine stärkste Disziplin und auf dem Rad kann und muss ich noch eine Menge lernen. Was nützt mir letztlich eine Bombenzeit beim Laufen auf der Halbdistanz bei der Gewissheit, dass ich auf dem Rad eine Menge Zeit verschenkt habe? Hier muss ich noch die nötige Balance zwischen hartem Renntempo und ausreichenden Reserven für den abschließenden Lauf finden. Es muss ja noch Ziele geben.

Die größten Zweifel am Gelingen des gesamten Vorhabens hegte ich stets selbst, während Stephan mir aus meiner Sicht nahezu utopische Zielzeiten vorhersagte. Immerhin wuchs das Vertrauen, dass ein Scheitern keine Option darstellte und ich beende positiv gestimmt die letzte harte Phase der Vorbereitung.

3 Wochen vor dem Wettkampf...

Berufsbedingt komme ich mit vielen Menschen in Kontakt und setze mich alleine deswegen schon täglich der Gefahr aus, mir deren Krankheiten zu Eigen zu machen. Gegen Kollegenviren ist man irgendwann nahezu immun, aber in der Kundschaft lauern bisweilen andere, tückische Überträger. Als ich rund 10 Tage vor dem Wettkampf mit starkem Husten im Büro aufschlug, war ich noch der Ansicht, selbigen in kurzer Zeit abzuschütteln. Eine Erkältung war schließlich nicht im Gepäck, so dass ich guter Dinge war, in kurzer Zeit wieder fit zu sein. Hat ja zu Beginn des Jahres auch stets gut geklappt. Zwei Ruhetage, dann wieder rein in die Laufschuhe und rauf aufs Rad. Doch der Husten wurde stärker und es röchelte stark in den Lungenflügeln.

Ein Kurzbesuch beim Doc meines Vertrauens, der mir sicherheitshalber ein Notfall-Medipack mit auf den Weg gab, doch eine Woche vor dem Wettkampf wollte ich mich keiner medikamentösen Schwächung aussetzen.

Immer noch guter Dinge brachen wir mittwochs auf nach Frankreich. Die Unterkunft war für unsere Belange ideal, das Wetter hob die Stimmung und die Besichtigung des Wettkampfgeländes nebst Abholung der Startunterlagen vermittelte einen ersten Eindruck von Vorfreude. Von Tag zu Tag fühlte ich mich etwas besser und wagte am Freitag einen ersten sportlichen Test beim frühen Schwimmen im 18 Grad kalten See. Es fühlte ich gut an und nach 30 Minuten stiegen wir leicht angefröstelt wieder aus dem Wasser und begaben uns ins Hotel zum Frühstück. Dort angekommen dauerte es vielleicht noch eine Stunde, bis mich ein heftiger Rückfall durchrüttelte und ich mich schlechter fühlte als je zuvor.

Der Besuch der abendlichen Pasta-Party dämpfte meine Laune zusätzlich, denn ich bekam kaum etwas in den Magen, der ebenfalls ein wenig rebellierte. Der nächste Tag musste die Entscheidung bringen. Schon beim Frühstück war klar, dass ich keine weiteren Versuche auf dem Rad oder in den Laufschuhen wagen sollte. Bis zum Nachmittag ließ der Husten nicht nach und ich traf die finale Entscheidung, am Sonntag nicht an den Start zu gehen. Die Enttäuschung war riesengroß, aber die Gewissheit, dass ich keine Chance sah, die Auftaktdisziplin zu meistern ohne die Lungenflügel in den See zu husten ließ die Vernunft siegen.

Ab dem Zeitpunkt dieses Entschlusses bestand meine Aufgabe darin, Stephan und Grit bei ihrem Start zu unterstützen, wo und wie es auch gehen mag. So traurig diese Tatsache für mich anfänglich war, so schnell konnte ich einen Haken daran machen, denn die Gesundheit genießt oberste Priorität. Für einen kurzen Augenblick gehörte ich zu dieser großen Familie von Triathleten und genoss das Flair beim Einchecken der Räder und der Besichtigung der Wettkampfstätte. Schon da fasste ich den Entschluss, dass ich das Vorhaben Langdistanz sehr zeitnah in jedem Fall erneut angehen werde.

Stephan und Grit waren ebenfalls guter Dinge, lediglich die Prognose auf das Wetter am Sonntag dämpfte eine voreilige Euphorie.

Sonntagmorgen 6:30 Uhr. Wir verlassen das Hotel auf dem Weg zum Start und finden, dass es nicht so kalt ist, wie an den letzten Tagen. Wolkenverhangener Himmel ließ der Sonne leider keine Chance. Ich erwischte einen letzten Blick auf Stephan beim Schwimmstart und um 7:10 Uhr ging es für ihn los. Grit war sehr angespannt und wurde um 8 Uhr mit dem Start der Halbdistanz erlöst. Ein kurzer Landgang zur Hälfte der Strecke ermöglichte uns einen kurzen Abgleich von Stephans Wohlbefinden und weiter ging´s auf die zweite Runde.

Nach rund 1:12 h verließ Stephan den See, jedoch sichtlich unzufrieden. Kurze Zeit später entstieg Grit den kalten Fluten und wir entließen beide auf die Radstrecke. Da uns mit unseren Jacken schon kalt war, wollten wir uns nicht vorstellen, wie es den Beiden erging, aber später erfuhren wir, dass es nicht ganz so dramatisch war.

Grit erreichte nach rund 3 Stunden die Wechselzone und begegnete uns auf ihrer ersten Laufrunde mit gemischten Gefühlen. Offenbar machte starker Wind den Athleten auf dem Rad zu schaffen und auch die Laufstrecke wartete mit schlechtem Asphalt und teils starkem Gegenwind auf. Zwischenzeitlich kam die Sonne zum Vorschein und erwärmte Läufer wie Zuschauer. Wir begaben uns zur Wechselzone und wären beinahe Zeuge einer ungeplanten Begegnung geworden, als Stephan bei seinem Wechsel auf die Laufstrecke Grit nur um 1 Minute verpasste. Grit finishte in exakt (!) 6 Stunden, war jedoch nicht ganz zufrieden mit ihrem Ergebnis. Die äußeren Bedingungen spielen halt eine große Rolle im Geschehen und waren an diesem Tag nicht zwingend für Bestzeiten ausgelegt.

Bereits am Ende der ersten von vier Laufrunden fasste Stephan den bisherigen Wettkampf mit einem prägnanten "Alles Scheiße" zusammen. Ein Anflug von Seekrankheit beim Schwimmen, starker Wind auf der Radstrecke und große Probleme bei der Nahrungsaufnahme verschafftem ihm früh die Gewissheit, dass der heutige Wettkampf für ihn alles andere als befriedigend verlaufen würde. Dieser Eindruck verfestigte sich leider von Runde zu Runde. Der Zieleinlauf war alles andere als triumphal und wir erahnten ansatzweise, was in Stephan kurz hinter der Ziellinie vorgehen mochte. Ich hätte es ihm nach Podersdorf so sehr gegönnt, wieder eine gute Langdistanz zu absolvieren, denn der Aufwand im Training ist für einen berufstätigen Hobbysportler schon enorm.

Letzten Endes war es für keinen von uns ein vollends zufriedenstellendes Wettkampfwochenende. Dass Stephan am Ende enttäuschter war als ich, kann ich sogar nachvollziehen. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, um 23 Uhr den Zielschluss mit einem Feuerwerk gemeinsam mit den verbliebenden Freunden und Athleten zu feiern.

Die restlichen Tage wurden wir mit feinstem Spätsommerwetter verwöhnt und gönnten uns zum Abschluss einige kulinarische Genüsse. Die Rückfahrt verlief ebenso problemlos wie die Hinfahrt und am Mittwochabend war das Abenteuer Vichy offiziell beendet.

Sehr schnell trafen sowohl Stephan wie auch ich die Entscheidung, im kommenden Jahr einen neuen Anlauf zu starten. Unsere Wahl fiel dabei auf den Ostseeman in Glücksburg. Die Faszination Langdistanz hinterließ einen nachhaltigen Eindruck auf mich und ich habe nach wie vor den festen Entschluss, dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen.

Bedanken möchte ich mich bei allen Freunden, Bekannten und Verwandten, die mich so zahlreich unterstützt haben, wie ich es kaum für möglich hielt. Die gesamte Vorbereitungszeit hat sehr viel Positives hinterlassen, auch wenn der krönende Abschluss gefehlt hat. Der Dank geht insbesondere an Stephan und Grit für die zahllosen gemeinsamen Trainingseinheiten und die unbezahlbaren Tipps und Tricks im Training, beim Material und den riesigen Spaß an der Sache!

Der größte Dank gebührt jedoch Diana, die mich über die gesamte Vorbereitungszeit völlig selbstlos unterstützt, motiviert, betreut, bejubelt, in den Hintern getreten (wenn es nötig war), meine Launen erduldet, versorgt und mir den Rücken freigehalten hat! Einen besseren Rückhalt konnte es für mich nicht geben und ich wünschte, ich könnte auch nur einen Teil davon zurückgeben.

Die gebundene Erstausgabe meines persönlichen Bestsellers muss noch etwas warten, denn mir fehlt der passende Schluss...

Danke fürs Lesen, Teil 2 ist in Vorbereitung.

Euer Michael
 
04.09.2013 22:11 Uhr von Johannes  

Beiträge: 126
News Vichy

...da weiß ich nicht viel Tröstendes hinzuzufügen.
Hut ab für das stramme Training von Euch allen und natürlich auch für den durchgezogenen Wettkampf.
Ich wünsche Euch das Ihr weiterhin Spass am Tri. habt und euch gut erholt (z.B. beim Stammtisch?)!

Claudia, Henrik, Arne und Joh.
 
04.09.2013 08:29 Uhr von Reinhold  

Beiträge: 509
News Vichy

Hallo Ihr 3,
das hört sich ja jetzt alles nicht so gut an aber so ist nun mal unser Ausdauersport. Wir opfern sehr viel Zeit im Vorfeld eines Wettkampfes für unser Training um unsere sportlichen Ziele erreichen zu können doch dann kommt es oft doch zu erheblichen Problemen. Für Dich Michael war es sicher besonders schlimm sogar den Start absagen zu müssen aber Du hast es vollkommen richtig gemacht. Die gesundheitlichen Risiken wären einfach zu groß und wir drücken Dir die Daumen dass Du Dein Ziel einer Langdistanz nicht aus den Augen verlierst. Dir Stephan möchte ich sagen dass Du ja weist dass Du es kannst, Du hast es ja schon mehrfach bewiesen. So ein Tag wie Du ihn erlebt hast möchte sicher keiner mitmachen aber auch von uns Respekt dazu das Du den Wettkampf beendet hast. Auch Du wirst sicher Deine sportlichen Ziele weiter verfolgen. Bei Dir Grit ist der Tag gar nicht mal so schlecht gelaufen. Vielleicht bist Du mit Deiner erreichten Zeit nicht zufrieden aber auch Du wirst Deine Ziele weiter verfolgen, da sind wir uns sicher.
Von uns schöne Grüße und erholt Euch gut
Reini und Nette
 
02.09.2013 23:08 Uhr von Michael  

Beiträge: 204
News Vichy

In der Kürze der Zeit übernehme ich mal die Berichterstattung.

Nach meinem Ausfall sollte es wenigstens für Stephan einen gelungenen Saisonhöhepunkt geben, jedoch traf so ziemlich das Gegenteil von dem ein, was man sich gemeinhin erhofft.

Während des Schwimmens traf ihn ein Anflug von Seekrankheit und auch die Wassertemperatur von 18 Grad war weder Stephans noch Grits Idealvorstellung für die erste Disziplin.

Auf dem Rad kam auch nicht die erhoffte Erlösung. Strammer Gegenwind machte Beiden stark zu schaffen. Auf der Laufstrecke kam wenigstens die Sonne zum Vorschein, aber da war für Stephans Magen das Rennen bereits vorüber. Diverse Male entschwand er in die Büsche und bekam auch nichts Nahrhaftes mehr in den Magen.

Während Grit zumindest ohne weitere Probleme in der undankbaren Zeit von 6:00:01 h finishte, quälte sich Stephan über fast 5 Stunden auf der Marathonstrecke. Wir versuchten ihn, auf jeder Runde etwas aufzuheitern, aber im Kopf spielen sich verständlicherweise andere Dinge ab.

Mit einer Zielzeit von 11:46 h ist er logischerweise keineswegs zufrieden, aber er hat das Rennen beendet und dafür gebührt ihm nicht nur von mir ein Heidenrespekt!!

Mittlerweile sprechen wir auch schon wieder von potentiellen Planungen für das nächste Jahr, woran ihr erkennen könnt, dass er zwar maßlos enttäuscht ist, aber sein Herz immer noch an diesem tollen Sport hängt. Und wenn ich ehrlich bin: Ich kann es mittlerweile verstehen.

Er wird seinen eigenen Bericht sicher ebenfalls noch einstellen, daher will ich nicht noch mehr schreiben.

Vielen Dank an Alle, die die Daumen gedrückt und mitgefiebert haben!

Liebe Grüße aus Vichy
Michael
 
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